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Hallo zusammen,

heute habe ich für gleich zwei Abfüllungen im Glas. Es handelt sich um Abfüllungen aus dem Hause Best Dram. Den Eckdaten zu entnehmen wird es wohl ein süßer Beitrag werden, so habe ich einmal einen Glen Moray aus einem 1st Fill Amarone Cask und einen Westport mit einem PX Octave Finish für euch. Diejenigen unter euch welche mich schon etwas länger lesen, sei es hier auf Marcos Blog oder auf meinem, wissen das diese beiden Fassarten immer wieder eine Herausforderung für mich sind. Das Süße ist nicht immer mein Fall. Dennoch nehme ich immer neue Anläufe um mich eventuell doch bekehren zu lassen. Nun fangen wir einfach mal an, zunächst der Glenmor… äh Westport. Dieser 10jährige Westport hat ein Finish in einem PX Octave Fass erhalten, wie lang dieses ausgefallen ist kann ich nicht sagen. Und es kamen, bedingt durch die größe des Octave Faßes, exclusive 71 Flaschen auf den Markt.

Kupferbraun gibt er sich die Ehre in meinem Glencairn. Schon beim Eingießen kommen mir satte süße Backpflaumen gespickt mit Walnüssen entgegen. Diese Backpflaumen werden auf einem Bett von frischen und lauwarmen Marzipanschaum serviert. Je näher man die Nase an das Glas führt, um so mehr Kraft liegt in der Süße. Die einzige Abwechslung ist der doch recht stechende Alkohol. Während die Süße weiter an Kraft zulegt, verliert der stechende Alkohol an derer bleibt dennoch spürbar. Insgesamt habe ich nur schwere süße in der Nase und beschließe mir den ersten Schluck zu genehmigen.

Cremig schwer füllt er den gesamten Mundraum aufeinmal aus. Hier wirkt der Alkohol kaum noch bzw. gibt er sich sehr viel Mühe um im Hintergrund zu bleiben. Rosinen, Backpflaumen, Vollmilchschokolade, Marzipan und eine ganz dezente Würze geben sich die Klinke in die Hand. Der Abgang ist dementsprechend lang, süß und wärmend. Sehr lang sogar.

Das war schon ein richtiges PX Brett. Nun ersteinmal einen ordentlichen Schluck Wasser um die Rezeptoren auf den Glen Moray vorzubereiten.

HIer habe ich nun einen 11jährigen Glen Moray welcher ein Finish in einem 1st Fill Amarone Fass erhalten hat. Ebenso wie beim Westport kann ich auch hier nichts zur länge des Finishes sagen. Auch hier kamen lediglich 240 Flaschen auf den Markt.

Der Glen Moray fällt ein wenig heller aus als der Westport. Ein schöner kupferner Ton ergießt sich im Glas. Die Aromen sind nicht ganz so auf Freiheit bedacht wie zuvor. Die 56,7% stechen auch hier zunächst leicht in der Nase. Verflüchtigen sich aber doch recht schnell und es bleibt ein kühlender Eindruck zurück. Der erste Eindruck fällt ein wenig muffig aus. Das habe ich eigentlich bei allen Amarone Finishes oder Reifungen. Ich denke das ist die Eigenart der Amarone Weine. Es schließt sich ein lauwarmer Obstkuchen an. Das teigige mit den frischen Obstaromen ergibt zusammen mit der leichten muffigkeit ein schönes Gesamtbild. Nach einiger Zeit kommt das, ich nehme es stark an, ursprüngliche Bourbon Fass durch. Würzig süße Vanille Aromen mischen sich unter den Obstkuchen.

Der erste Schluck wirkt bei mir direkt Speichelfluss anregend. Auch hier habe ich die teigigen Noten es Kuchens. Vanillecreme mit leichen Röstaromen runden den ersten Schluck ab. Der zweite Schluck bringt die süßen Weinaromen, die ein Amaronefinish ausmachen, hervor. Es wird insgesamt süßer und cremiger am Gaumen. Der Abgang ist auch hier lang und süßliche, allerdings wird dieser mit deutlich mehr Würze begleitet. Das dämt die süße ein wenig ein.

Zeit für ein Fazit. Die beiden Abfüllungen zählen Eindeutig zu den süßeren ihrer Zunft, für mich persönlich zu süß. Aber gut das die Geschmäcker verschieden sind. Anscheinend haben die beiden euren Geschmack derart gut getroffen, dass diese leider schon ausverkauft sind während ich diese Zeilen verfasst habe.

Bis bald
euer André

Autor: Andre Davepon

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